Ethik und der Kampf um die Information
Wir leben heute in einer Informationsgesellschaft. Folglich wird auch um Informationen gestritten oder besser um den Zugang zu Informationen.
Es ist eine Schande, dass sich die Wenigsten dessen bewusst sind, dass der Ausgang dieses Kampfes äusserst weitreichenden Einfluss haben wird auf alle, die einen Computer und das Internet benutzen wollen oder müssen.
Die Hauptfeinde der freien Informationsgesellschaft sind zur Zeit:
Softwarepatente - Eine Perversion des Patentsystems und bei uns "noch" illegal.
DRM - Kann sein, dass Sie bald nicht mehr über die Freiheit verfügen um die Daten auf Ihrem PC zu lesen oder ändern.
DMCA - Eines der vielen Gesetze dass aus Profitgier dem
Benutzer seine "noch legalen" Privatkopien nimmt, aber den Raubkopierern in Fernost (nicht die auf dem Pausenplatz) nicht Einschränkt.
DRM mit DMCA Gesetzen wird es möglich machen, dass dem Bürger möglichst bei jedem hören Geld von seiner Kreditkarte abgebucht wird. Wundern Sie sich nicht, wenn mit Windows Vista und "Plays for sure" Technologie das Lied vom Onlineshop nicht auf eine CD zu bringen ist, um es im Auto zu hören. Übrigens ist Apple mit "iTunes" ihrem "FairPlay" kein bisschen besser.
Bei solchen Aussichten frage ich mich, wieso wir Fairniss-Abgaben auf Datenträgern und Medienplayer haben. Ich frage mich, auch ob wir so nicht das Problem des verhungernden Künstlers, das der Film- und Musikindustrie als Vorwand diente, nicht schon auf schweizerische Art gelöst haben und das sogar ohne Tote oder Kinder Verklagen zu müssen.
Netzneutralität - ist das was das Internet zu dem macht was es ist.
Wenn die Netzneutralität duch die Telekomunternehmen ausser Kraft gesetzt wird, um ein drittes Mal zu kassieren, haben wir eine grosses Problem. Da dann nämlich der Zugang zu Webseiten geregelt und überwacht wird. Es kann nicht angehen, dass grosse Telekomunternehmen das Gefühl haben sie können noch mehr absahnen mit der Begründung, dass es nicht sein kann das z.B.: Google ein heiden Geld macht durch die gratis Nutzung Ihrer Leitungen. Was stimmt hier nicht? Ist es möglich, dass der Kunde schon mit seinem ADSL-Abo bezahlt hat um die Webseite von Google zu benutzen? Oder kann es sein, dass Google schon riesige Summen investiert um seine Server am Netz anzubinden und folglich Ihnen die Webseite zur verfügung stellen zu können?
Meiner Meinung nach ist es die pure Gier, die unsere Informationsgesellschaft gefährdet.
All dem stehen hundertausende normale Benutzer und tausende von Freaks, Geeks und Programmierer entgegen. Es ist eine Kultur des Teilens am entstehen trotz der Gefärdung duch Softwarepatente und DRM.
Alles begann in einer Zeit wo noch keiner dachte, man könne mit Software jemals Geld verdienen. Jedoch mit dem Aufkommen des Heimcomputers änderte sich alles, Software wurde zu einem Riesengeschäft. Plötzlich war es verboten den Code an dem man gerade programmierte dem Kollegen in der anderen Firma zu zeigen. So wurde der Code, der von den Programmieren im Austauch erschaffen wurde auf einmal von ihnen genommen und nur noch den Programmierern der Firma zum anschauen und bearbeiten ausgehändigt.
Aus diesem Grund gründete Richard M. Stallman die Free Software Foundation und das GNU Projekt.
Die Free Software Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, in einer weltweiten Misson, die Freiheit Software zu benutzen, studieren, kopieren, modifizieren und weiter zu verteilen, zu beschützen und voranzutreiben, ebenso sollen auch die Rechte aller freien Software-Benutzer geschützt werden.
Das GNU Projekt hat es zum Ziel, ein komplett freies System im Sinne der Free Software Foundation zu erstellen und weiter zu entwickeln.
Zur Zeit beginnen namenhafte Firmen wie IBM, SUN, Novell und Oracle in das GNU/Linux System erheblich Summen und Arbeit zu investieren.
Diese Idee, dass man mit Freiheit mehr erreichen kann als mit Mauern und Verboten ist mittlerweile von der Software auf andere Bereiche übergeschwappt. So sind nun Bücher, Musik und sogar Filme unter freien Lizensen zu finden.
Es existiert jedoch auch noch eine dunklere und eine chaotischere Macht in diesem Konflikt.
Fazit: Wer aus Gier oder Machthunger unsere digitale Freiheit behindern möchte ist spät dran, hat mit erheblichem Widerstand zu rechnen und kämpft mit allen mitteln für sein Aussterben. Denn wer versucht digitale Daten vor dem Kopieren und Verbreiten zu schützen ist nicht besser dran als jemand der versucht zu erreichen, dass Wasser nicht mehr nass ist.
Aus diesem Grund stelle ich alle meine Werke entweder in die Publicdomain oder unter die GPL, LGPL, BSD oder eine der Creative Commons Lizenzen.